28.10.2011
Marc Chagall
An dieser Parodie nach einem Bild von Marc Chagall mag ich den Kontrast zwischen Rätsel (Warum fliegen die Kinder?) und Banalem (Spielplatz). Im Original sieht man unten keinen Spielplatz, sondern Zäune und Gebäude. Ich fand den Spielplatz passender. Und das Malen machte so auch weniger Arbeit.
Chagall ist das Beispiel eines Künstlers, dessen Werk durch seine Kommerzialisierung stark entwertet wirkt. Seinen Bildern kann man ja durchaus vorwerfen, dass sie eher so etwas wie dekorative Illustrationen sind, keine Kunstwerke. Chagall hat es ja auch geschafft, alle Kunstepochen der Moderne vom Kubismus bis hin zum abstrakten Expressionismus und zur Concept Art zu ignorieren – und trotzdem sehr erfolgreich zu sein. Und sein Erfolg war kein Modeerscheinung. Denn wenn man heute vor den Originalen steht, wird man immer noch berührt von ihrer universellen poetischen Sprache und von der Kraft der Farben. Man sieht Kunst.
Dasselbe Gemälde aber auf Postkarten- oder Kalenderformat verkleinert und millionenfach gedruckt wirkt banal. Und leider begegnen einem die Kalender und Postkarten viel häufiger als die Originale.
25.10.2011
20.10.2011
19.10.2011
Buchexperimente — Nana + Paul 125
In dieser Woche zeige ich einen älteren Nana + Paul-Comic. Man ahnt, wie sich die Figuren mit der Zeit verändert haben. Die Körper sind etwas länger geworden, auch die Kopfform hat sich verändert. Außerdem trägt Paul eine Latzhose.
16.10.2011
10.10.2011
09.10.2011
Wallace Tripp
Noch ein sehr guter – in Deutschland vergessener – Illustrator, der allerdings kein Deutscher ist: Wallace Tripp. Die beiden Bilder stammen aus dem Buch Kaninchen Kasimir, auf deutsch erstmals 1971 erschienen. Tripp schafft ein interessantes Kunststück. Er vermenschlicht die Tierfiguren stark, trotzdem wirken sie sehr realistisch gezeichnet. Bei allen Illustratoren, die ich hier vorstelle sind übrigens nicht nur die Bilder von hoher Qualität, sondern auch die dazugehörigen Texte. Das gilt auch für dieses Buch. Ein amazon-Rezensent zählt es sogar zu den "besten Kinderbüchern überhaupt". Leider ist das Cover der dtv-Ausgabe nicht sehr ansprechend. Aber man fragt sich trotzdem, warum solche guten Bücher wie Kaninchen Kasimir vom Markt genommen werden und dann leider für immer verschwinden.
Kaninchen Kasimir ist die Geschichte eines verhinderten Staatsstreichs. Eine Bande unter der Führung von Nerz Negenwald will die Macht in dem kleinen Heimatstädtchen von Kasimir übernehmen. Das pummelige Kaninchen und seine Freunde können die Machtergreifung jedoch verhindern.
Auf dem Bild oben wird ein Befreiungsplan für Kasimir, Lemming Leonhard und Biber Bigelow geschmiedet. Unten läuten Otter und Ziesel die Sturmglocke um die Bevölkerung von Salemdorf vor dem Überfall der Bösewichte zu warnen.
07.10.2011
Keath Haring
Keath Haring in eine Reihe mit Caspar David Friedrich, Magritte und Matisse zu stellen ist natürlich eine ziemlich große Ehre für den Amerikaner. Nichtsdestotrotz bot es sich an, auch mal ein Motiv von ihm für ein Nana+Paul-Titel-Panel zu verwenden, zumal seine Bilder für mich nicht so aufwändig nachzubilden sind im Vergleich zu den meisten bisherigen Motiven. Außerdem mag ich Harings plakative Unmittelbarkeit.
Der Comicstrip mit dieser Titel-Panel-Illustration folgt wie immer am kommenden Dienstag.
Der Comicstrip mit dieser Titel-Panel-Illustration folgt wie immer am kommenden Dienstag.
04.10.2011
02.10.2011
Walter Trier
Noch ein Lieblingszeichner aus meiner Kindheit: Walter Trier. Meinen Zugang zu seinen Zeichnungen erhielt ich übrigens nicht durch seine Kästner-Illustrationen, für die er besonders bekannt ist, sondern durch die Bilder zu Tom Sawyer und Huckleberry Finn von Mark Twain. Mein Vater hatte die beiden Bücher. Später habe ich eine Sawyer-Ausgabe auf dem Flohmarkt erstanden, die sogar noch einen Schutzumschlag hatte.
An Triers Zeichnungen gefällt mir der Schwung des Strichs. Man erkennt den Vielzeichner, der Illustrationen wie die oben vermutlich ohne Skizze aufs Papier bringt. Tom Sawyer ist hier von zuhause ausgerissen und hat mit zwei Freunden auf einer unbewohnten Insel im Mississippi im Freien übernachtet. Jetzt genießt er den neuen Morgen und ahnt noch nicht, dass man ihn zuhause für ertrunken hält. Ganz melodramatisch werden er und seine Freunde später dann zu ihrer eigenen Trauerfeier in der Kirche erscheinen.
Als Kind oder Jugendlicher bin ich übrigens mal mit meinem Bruder auf eine Insel gepaddelt, die direkt gegenüber von meinem Geburtsort Blankenese in der Elbe liegt. Dort haben wir dann am Strand ein Lagerfeuer gemacht (war bestimmt verboten!) und uns wie Tom Sawyer gefühlt. Hier ein Foto der Inseln Neßsand und Schweinesand von Blankenese aus gesehen.
Quelle: Elbinselfoto / Fotograf
An Triers Zeichnungen gefällt mir der Schwung des Strichs. Man erkennt den Vielzeichner, der Illustrationen wie die oben vermutlich ohne Skizze aufs Papier bringt. Tom Sawyer ist hier von zuhause ausgerissen und hat mit zwei Freunden auf einer unbewohnten Insel im Mississippi im Freien übernachtet. Jetzt genießt er den neuen Morgen und ahnt noch nicht, dass man ihn zuhause für ertrunken hält. Ganz melodramatisch werden er und seine Freunde später dann zu ihrer eigenen Trauerfeier in der Kirche erscheinen.
Als Kind oder Jugendlicher bin ich übrigens mal mit meinem Bruder auf eine Insel gepaddelt, die direkt gegenüber von meinem Geburtsort Blankenese in der Elbe liegt. Dort haben wir dann am Strand ein Lagerfeuer gemacht (war bestimmt verboten!) und uns wie Tom Sawyer gefühlt. Hier ein Foto der Inseln Neßsand und Schweinesand von Blankenese aus gesehen.
Quelle: Elbinselfoto / Fotograf
Abonnieren
Posts (Atom)











