31.03.2011

Fiktive Karten: Das Mumintal



Diese Karte vom Mumintal gehört zu meinen Favoriten. Das hängt zum Einen sicherlich mit den liebenswerten Charakteren zusammen, von denen die Mumin-Geschichten erzählen. Aber die Karte selbst, die von der Autorin Tove Jansson gezeichnet wurde, ist ebenfalls sehr schön, finde ich. Sie lädt dazu ein, in ihr herum zu spazieren und sich neue Abenteuer vorzustellen.

Die Beschreibungen des Mumintales sind inhaltlich nicht ganz widerspruchsfrei. In den zuerst entstandenen Büchern werden die Pflanzen des Mumintales als tropisch geschildert. Auf der Karte links, aus dem Buch Die Mumins. Eine drollige Gesellschaft, sieht man zum Beispiel Palmen. Das ist eigentlich merkwürdig, weil im selben Buch auch vom Winterschlaf der Muminfamilie erzählt wird.

In einem später entstandene Buch, Winter im Mumintal, geht es nochmals um den Winterschlaf der Mumins. Die Karte zeigt jetzt aber keine Palmen mehr, sondern nordeuropäische Pflanzen, wie sie auch in der finnischen Heimat der Autorin vorkommen.

Man könnte in diesem Wechsel der Vegetation die Auswirkungen eines Klimawandels erkennen. Und tatsächlich wird das Mumintal in den verschiedenen Geschichten von starken Klimaschwankungen und Naturkatastrophen heimgesucht.

Eine Überschwemmung trägt das Muminhaus überhaupt erst in das schöne Mumintal, eine zweite Flutkatastrophe in Folge eines Vulkanausbruchs und eines Erdbebens macht die Muminfamilie vorübergehend obdachlos.

Eine starke Hitze, verursacht durch einen Kometen, der beinahe auf das beschauliche Tal stürzt, lässt sogar das Meer verdunsten.

Und in einem Comic von Tove Jansson wird davon berichtet, wie eine sommerliche Hitze, gefolgt von einem starken Regen einen tropischen Regenwald im Mumintal entstehen lässt.











Zu dem Buch Sturm im Mumintal gibt es ebenfalls eine Karte. Sie zeigt neben anderem den Weg der obdachlos gewordenen Muminfamilie, den sie in einem dahintreibenden Theater zurücklegt.

Zum Vergrößern die Karten bitte anklicken und dann nochmals anklicken.

Quellen:
Karte 1  Karte 2   Karte 3

Mehr (sehr viel mehr als man sich vorstellen kann) erfährt man hier über die Muminwelt.

28.03.2011

Mutig sein — Nana + Paul 347











Duplizität der Ereignisse: Gerade heute hat sich unser Sohn ein Fingerskateboard gekauft. Unser örtlicher Spielzeugladen heißt Kinderpost. "Kinder-" verstehe ich, aber warum "post"? Das hat sich mir noch nicht erschlossen. Der Laden ist ein echtes Paradies. Spielzeug stapelt sich überall, ohne dass man den Eindruck gewinnt in einem Chaos zu stehen. Erstaunlich, wie viele Waren in einen so kleinen Laden passen! Eine Internetpräsenz hat er auch, sehe ich gerade. Und dort steht auch, warum er den Namen "Kinderpost" trägt: Die Inhaberin heißt Heike Post. Aha!

Zum Vergrößern des Strips bitte auf den Comic klicken.

22.03.2011

E10

Vor Kurzem gab es bekanntlich eine Debatte um den E10-Kraftstoff. Für die Berliner Morgenpost habe ich einen Comic zu diesem Thema geschrieben und gezeichnet. Am Besten gefällt mir dieses kleine süße blonde Mädchen. So habe ich unsere Tochter vor vier oder fünf Jahren in meinem Tagebuch dargestellt. Inzwischen käme das der Wirklichkeit nicht mehr sehr nahe. Größenmäßig gesehen. Übrigens: Der Name der Comic-Familie – "Mopoli" – beinhaltet natürlich die Abkürzung für MOrgenPOst. Genial, was?

Zum Vergrößern bitte den Comic anklicken.



21.03.2011

Pfannkuchen — Nana + Paul 346

Der Comic zeigt eine schöne Tradition in unserer Familie: Nein, nicht Pfannkuchen an die Decke kleben. Pfannkuchengesichter machen! Im Titel-Panel sieht man ein Foto von einem Pfannkuchen, den ich vor einiger Zeit in unserer Küche hergestellt habe. Wie solche Gesichter entstehen, kann ich hier allerdings nicht verraten, weil ich anstrebe, in einem Jahr mit dieser Erfindung ganz, ganz groß herauszukommen.

Zum Vergrößern den Comic bitte anklicken.

17.03.2011

Fiktive Karten: Mittelerde

Die fiktive Landkarte schlechthin ist wohl Tolkiens Zeichnung von Mittelerde. Diese Version der Karte stammt von der Illustratorin Pauline Baynes die sowohl für Tolkiens Bücher Karten und Einbände gezeichnet hat, als auch für Tolkiens Freund C. S. Lewis, dessen Narnia-Geschichten sie zudem auch noch illustriert hat. (Eine Landkarte von Narnia, ebenfalls aus ihrer Feder, findet sich hier.)

Zum Vergrößern bitte Karte anklicken.






































Im Internet stehen viele Versionen von Tolkiens Karte von Mittelerde. Bemerkenswert finde ich diese Projektion von Mittelerde auf Europa, mit der jemand vermutlich zeigen wollte, inwiefern Tolkiens Mittelerde-Mythologie mit tatsächlichen europäischen Mythen korrespondiert. Ich bezweifle allerdings, dass Tolkien diese Sicht auf sein Universum mit allen darin enthaltenen Implikationen geteilt hätte. Dass die Hobbits irgendwie Briten sind hat man geahnt und ist nachvollziehbar. Aber was haben die Orks aus Mordor mit den Menschen aus Ungarn oder Rumänien gemein? Oder was an den Bayern erinnert an die Reiter von Rohan?

Zum Vergrößern Karte bitte anklicken.


12.03.2011

Die Jury

Angesichts der derzeitigen Geschehnisse in Japan fällt es mir etwas schwer meinen Blog über meine recht unbedeutenden, privaten Themen weiter zu führen. Aber weil es den unten blau markierten Link nicht lange geben wird, möchte ich ihn hier doch posten.

Ich hatte vor einigen Wochen erzählt, dass ich an einem Fantasy-Kunst-Wettbewerb teilgenommen habe, bei dem es um Preise und um die Veröffentlichung in einem renommierten amerikanischen Jahrbuch für Fantastische Kunst geht. Die Herausgeber des Jahrbuches zeigen zur Zeit Einblicke in die Arbeit der Jury auf ihrer website. Interessant! Wie gesagt: Ich rechne mir eigentlich keine Chancen aus – spannend ist so ein Prozess aber natürlich trotzdem, wenn man etwas eingereicht hat.

Das zweite Video auf der Seite zeigt Aussagen der Juroren über die eingereichten Arbeiten. Vermutlich handelt es sich um anerkannte englischsprachige Künstler für Fantasy-Art. Ich kenne mich in der Szene nicht so gut aus. Sehr nett loben sie die eingereichten Arbeiten, die auf langen Tischen ausgebreitet sind. Ich frage mich nur, wofür die Becher neben den Kunstwerken sein sollen? Hat die Kunst manchmal Durst? Seht es euch selber an > hier ist noch einmal der Link. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Element des Bewertungssystems. (Nachtrag: Und jetzt sieht man auf einem Video auch, wer gewonnen hat. Spannend ist jetzt noch, ob man es in das Jahrbuch hineingeschafft hat.)

Und dieses ist eine der von mir eingereichten Arbeiten, die ich noch nicht gepostet hatte. (Zum Vergrößern bitte die Zeichnung anklicken.)

10.03.2011

Fiktive Karten: Pooh der Bär

Die Landkarte aus Pooh der Bär stellt die Handlungsorte der Episoden relativ zusammenhangslos nebeneinander. Dadurch wirkt sie eher wie ein Inhaltsverzeichnis, nicht wie ein Orientierungsplan. Das ist eigentlich schade, denn ein reizvoller Aspekt der Pooh-Geschichte ist ja, dass es die Spielzeugfiguren und den Jungen, die in dem Buch vorkommen und auch einige der Handlungsorte tatsächlich gegeben hat bzw. gibt.

Auf diesem google-earth-Foto sieht man den Ashdown Forest und die Ortschaft Hartfield in Südengland. Hier hat der Pooh-Autor A. A. Milne gelebt. Oben auf dem Foto steht Pooh Corner, der Name eines kleinen, fast ausschließlich mit Pooh-Devotionalien vollgestopften Souveniershops, in dem ich vor einigen Jahren mal war.



Den Zusammenhang zwischen der Pooh-Karte und dem Satellitenbild zeigt diese Flurkarte der Gegend, in die die Pooh-Schauplätze eingetragen sind. Beim Vergleich mit der Pooh-Karte fallen allerdings einige Widersprüche auf – zum Beispiel die Lage des "Nordpols". Auf der Pooh-Karte scheint er rechts oben außerhalb der Karte zu sein, auf der Flurkarte ist er im unteren Bereich eingetragen. Wie die Autoren der Flurkarte zu ihrer Lokalisierung der Schauplätze in der Wirklichkeit gekommen sind, ist mir nicht bekannt. Die Flurkarte stammt ursprüngliche aus diesem Buch.







































Cotchford Farm (unter Hartfield an der Straße nach Süden) war der Wohnsitz von A. A. Milne. Wer sich das Haus in google-earth genau ansieht (Suchbegriff z.B. "Pooh Corner Sussex"), kann sogar den Swimmingpool auf dem Gelände erkennen, in dem der Rolling-Stones Musiker Brian Jones tot aufgefunden wurde. Es gibt schon eigenartige Zusammentreffen...

Die typischen Kieferngruppen im hellen Dünensand, findet man auch auf der Pooh-Landkarte wieder. Sie stehen in dem Heidegebiet, das auf dem Satellitenbild am unteren Bildrand grau zu erkennen ist.




Die Pooh-Brücke, die als Illustration im Buch vorkommt, ist auf der Pooh-Karte nicht verzeichnet. Sie wird heutzutage von japanischen Touristen besucht, die mit Bussen herangefahren werden. Auf der Flurkarte ist die Brücke als Poohsticks-Bridge links unter Upper Hartfield eingezeichnet. Die Touristen, die hierher kommen werfen kleine Stöcke in den Bach und laufen dann zum anderen Geländer, um zu sehen, wie die Stöcke dort von der Strömung getrieben unter der Brücke hervorkommen. Genau wie Pooh im Buch. Echte Fans! (Ich muss allerdings zugeben, dass ich das auch gemacht habe.)









Quellen:   Pooh-Karte   Kieferngruppe   Pooh-Brücke  Flurkarte

09.03.2011

Nana + Paul 344 Detail

Zum Vergrößern Bild anklicken.

Ich überlege gerade, warum ich diese Scans der gerasterten Comics gerne mag. Es muss wohl etwas mit den sinnlich wahrnehmbaren Qualitäten des Druckerzeugnisses zu tun haben, mit dem Papier, das man anfassen kann und mit der Sehnsucht nach der "guten alten Zeit", in der es noch keine Computer gab, in der Bilder noch nicht so perfekt wirkten und in der jeder neue gedruckte Comic aufregend war und unzählige Male gelesen wurde – bis er schließlich auseinander fiel.

07.03.2011

Fiktive Karten: Im Land der Kinderreime




Die heutige Karte ist anders als die, die ich bisher hier präsentiert habe. Sie zeigt Orte, die nicht durch eine Geschichte verbunden werden, sondern nur durch die Tatsache, dass sie Orte aus englischsprachigen Kinderreimen darstellt. Dabei ist es im Grunde egal, wo die Orte liegen und in welcher räumlichen Beziehung sie zueinander stehen. Im Vordergrund steht der künstlerische Eigenwert der schön gestalteten Karte und das Entdeckerinteresse des Betrachters.

Ich hätte Lust so eine Karte für Orte zu zeichnen, die in deutschen Märchen vorkommen: Die sieben Berge, hinter denen die sieben Zwerge wohnen, Rapunzels Turm und die Schlösser von Dornröschen, Schneewittchen, Aschenputtel, König Drosselbart, dem Froschkönig, dem Mädchen, das Stroh zu Gold spinnen sollte und... und... und... Dabei finde ich die Tatsache reizvoll, dass diese Orte zwar formal aus derselben Welt stammen und nebenbei auch sehr bekannt sind, aber auf der anderen Seite keinerlei Vorgaben dafür existieren, in welchem Zusammenhang sie stehen. Das bleibt dann ganz meiner Fantasie überlassen und ich kann Rumpelstilzchen zum Beispiel zu einem Nachbarn der sieben Zwerge machen.

Zum Vergrößern die Karte bitte anklicken.

Quelle: Nursery-Rhime-Land

05.03.2011

Wochenend-Cartoon


Als Student habe ich in den 90ern an einem Cartoon-Wettbewerb des Berliner Stadtmagazins TIP teilgenommen. Ich glaube ich habe den dritten Platz gewonnen – oder den Vierten, ich weiß es nicht mehr genau.

Jedenfalls habe ich dann im Wechsel mit den anderen Gewinnern einige Cartoons in TIP veröffentlicht. Dieser war einer davon.

Zur selben Zeit jobbte ich nachts in einem Krankenhaus als Betten- und
Patiententransporteur. Im weitläufigen Keller des Krankenhauses bin ich einige Male Kakerlaken begegnet.
Davon wurde die Zeichnung vermutlich inspiriert.

04.03.2011

Hochzeits-Cartoon
























Dieser Cartoon-Entwurf zum Thema Hochzeit fand nicht den Weg in Fabian Vogts humorvolles Buch über das Heiraten. Dafür aber dieser ...

Ich mag beide Zeichnungen bzw. beide Ideen hinter den Zeichnungen. Cartoons, die ohne Sprechblasen auskommen, mag ich sowieso ganz gerne.

Der Entwurf oben ist inhaltlich natürlich radikaler. Bei solchen Bildern fühle ich vor allem zwei Dinge: Zum Einen fällt mir auf, wie belanglos letztlich viele Themen sind, über die ich sonst so schreibe und zeichne. Da tut es gut, auch mal ein ernstes Thema behandelt zu wissen. Der andere Impuls betrifft die eigene Hilflosigkeit bei Problemen wie dem Welthunger, die man mit einer kleinen Zeichnung natürlich auch nicht lösen kann. Und "engagierte" Cartoons wie der obere tragen auch immer etwas Moralisierendes in sich. Aber sollte man sie deswegen nicht zeichnen oder veröffentlichen?

03.03.2011

Hochzeitstanz-Cartoon



























Neulich hatte ich von einem Buch über das Heiraten erzählt, für das ich Cartoons gezeichnet habe. Gestern habe ich zwei Cartoonentwürfe für dieses Buch wiedergefunden, die nicht ausgeführt wurden, aber die ich trotzdem mag. Einen sieht man hier links. Den anderen zeige ich morgen.

02.03.2011

Der Pulli — Nana + Paul 343









Zum Vergrößern den Comic anklicken.

Fiktive Karten: Dafoe und Stevenson

Einer der Orte, die ich heute zeige, ist eigentlich gar nicht fiktiv. Daniel Dafoes Roman The Life and Strange Surprising Adventures of Robinson Crusoe of York, Mariner: who lived Eight and Twenty Years, all alone in an uninhabited Island on the coast of America, near the Mouth of the Great River of Oroonoque; Having been cast on Shore by Shipwreck, wherein all the Men perished but himself. With An Account how he was at last as strangely deliver'd by Pirates. Written by Himself, besser bekannt unter dem Titel Robinson Crusoe erschien 1719 und beruht bekanntlich auf den Berichten über einen realen Abenteurer, der Selkirk hieß und über vier Jahre auf dieser existierenden Insel im Pazifik überlebte, bevor er gerettet wurde. Der ursprüngliche Name der beiden Inseln, der hier noch zu lesen ist, wurde später übrigens geändert.

















Bei Google Earth sieht die rechte Insel Robinso Crusoe (wie sie jetzt heißt) so aus. Die linke Insel heißt Alexander Selkirk. Die fiktive Figur und das historische Vorbild liegen quasi friedlich nebeneinander im Pazifik vor der chilenischen Küste.


Bei Robinson waren es die Erfahrungen eines Menschen auf einer Insel, die den Dichter inspirierten. Bei dieser Insel war es die Insel selbst bzw. sogar die Karte von einer Insel, die Robert L. Stevenson für seinen Stiefsohn zeichnete und dann eine Geschichte um sie herum entwickelte:
Der Roman erschien 1881. Stevenson schreibt über die Entstehung der Karte:
„Die Gestalt dieser Insel befruchtete meine Phantasie außerordentlich. Da waren Hafenplätze, die mich entzückten wie Sonette, und im Bewußstsein einer Schicksalsbestimmung nannte ich mein Erzeugnis ‚Die Schatzinsel‘“.




Inseln sind dankbare Schauplätze für dramatische Ereignissen. Wie Versuchstiere in einem Laboratorium sind die Protagonisten auf begrenztem Raum gefangen und müssen charakterliche Stärke und Überlebensfähigkeit beweisen. Das Motiv taucht immer wieder auf. Auch im Fernsehen des 21. Jahrhunderts. Die  dritte Karte zeigt die fiktive Insel, die den Schauplatz für die amerikanische Serie Lost bildet.

Zum Vergrößern bitte auf die Karten klicken.






































Quellen:  Robinson-Insel  Schatzinsel  Lost

01.03.2011

Fiktive Karten: Carroll und Brontë






Heute möchte ich zwei weitere Karten zeigen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Die erste (links) erschien in Lewis Carrolls Buch The Hunting Of The Snark / Die Jagd nach dem Schnatz. Die Karte zeigt ein Stück leeres Meer und soll einer Jagdgesellschaft helfen, ein rätselhaftes Wesen, den Snark, zu fangen. Die Jagdgesellschaft besteht aus neun Personen, deren Berufsbezeichnungen im Englischen alle mit einem "B" beginnen und einem Bieber. 1876 wurde die Nonsense-Ballade vom Snark veröffentlicht. Ich mag die Karte. Sie erinnert mich an die radikale Ungegenständlichkeit des abstrakten Expressionismus. Die totale Verweigerung, elementar, ohne Schnörkel und Anekdötchen zeigt sie das Wesentliche des Meeres und damit gleichzeitig gar nichts. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen.




In starkem Kontrast dazu steht die unten abgebildete sehr detaillierte Karte, gezeichnet von Branwell Brontë, dem Bruder der Brontë-Schwestern. Als Kinder erfanden die vier Geschwister Helden, Heldinnen, Schlachten, Städte, Landschaften, zwei ganze Welten, die sie Angria und Gondal nannten und deren Geschichten sie mit einer Minischrift in 100 sehr kleine Büchlein ( 5x7 cm) schrieben. Ein außergewöhnliches Jugendwerk, das in Deutschland aber bei Lesern keine besondere Beachtung findet. Branwell Brontë und seine Schwester Charlotte erfanden die Welt Angria mit der Hauptstadt Glasstown. Emily und Anne schufen parallel dazu das Reich Gondal. 1830/31 zeichnete Branwell die unten abgebildete Karte von Angria. Sie zeigt Terretorien und Ländereien, Küsten, Berge, Flüsse, Buchten und Inseln, ein Reich voller Möglichkeiten für die Fantasie von vier Geschwistern, die sich nach einer wundervollen Welt sehnen, in der strahlende Heldinnen und Helden wahrhaft Bedeutendes erleben.

















Quellen:
Die Karte des Bellman
Angria